Leseprobe

 

Servicewüste Pensionsstall

Wenn aus Pferdebesitzern Wandereinsteller werden

Die Vielfältigkeit des Buches macht es nicht ganz einfach, eine Leseprobe zu erstellen. Im Buch gibt es viele Berichte von Betroffenen, Informationen zu den Themen, Interviews und, und, und...

Ich stelle deshalb zwei Leseproben ein. Einen Ausschnitt aus einem Betroffenen-Bericht und den Anfang aus "Von Stall zu Stall" - Eine fiktive Geschichte.

 

Inhaltsverzeichnis:

 

 

 

Einstellergeschichten finden

 

Sie auf den Seiten:   7, 21, 34,69, 83, 86, 93, 122, 129, 131, 145

 

 

 

Sie finden das Kapitel…

 

 

 

Servicewüste Pensionsstall?  auf Seite   1

 

Die hausgemachten Atemwegserkrankungen  auf Seite   4

 

Auch hausgemacht: Die Strahlfäule  auf Seite   5

 

Helikopter-Besis  auf Seite 28

 

Wer sind wir eigentlich? Allensbach hat gefragt  auf Seite 30

 

Beweise, Beweise, Beweise  auf Seite 47

 

Hundert Kilometer bis zum Pferd  auf Seite 64

 

Das Verwandlungsmonster Kommunikation  auf Seite 71

 

Wie es auch anders geht:

 

Wahrnehmen, Ernstnehmen, Zuhören  auf Seite  81

 

Von „Stall“ zu „Stall“ – Eine fiktive Geschichte  auf Seite  97

 

Meine Umfrage  auf Seite 103

 

Die Sache mit der Heumenge  auf Seite 108

 

Die FN schießt den Heuvogel ab!  auf Seite 110

 

Billig geht nicht!  auf Seite 115

 

Interview mit einer Stallbetreiberin  auf Seite 118

 

Eiszeit  auf Seite 125

 

Maulwurfalarm auf Facebook  auf Seite 151

 

„Die Stallverarsche“ von Sascha Moll  auf Seite 155

 

Fragen, gucken kritisch sein:

 

Tipps für die Stallsuche  auf Seite 164

 

Linkliste  auf Seite 177

 

Tschüss  auf Seite 179

 

 

Bitte entschuldigen Sie die Ansichts-Qualität der Leseproben. Sie ist dem Umbau dieser Webseite geschuldet.

 

Aus einer Einstellergeschichte:

 

„Die Stall-Verarsche“:

 

Da geht man pünktlich zum Besichtigungstermin eines potentiellen neuen Pensionsstalles und wird vom Betreiber auch sehr freundlich rumgeführt. Die Heuqualität, sowie die Fütterungszeiten werden wohlwollend besprochen und begutachtet, die Einstreu für sauber und ausreichend erklärt, die Weiden sind riesig und wirken gepflegt, so ganz ohne Giftpflanzen. Laut Betreiber sind diese auch bei gutem Wetter wirklich immer offen... Schade, hat es gerade seit drei Tagen geregnet...

Ein Hänger fährt vor den Stall und zwei Frauen laden hektisch eine kleine, süße Araberstute ein. Eine der Damen streift uns noch kurz mit ihrem Blick und presst verbissen die Lippen zusammen. Die Unhöflichen haben allerdings nicht mal wirklich gegrüßt und brausen auch schon wieder davon. Schade, denn wir hätten gerne die Gelegenheit genutzt und sie gefragt, wie zufrieden sie denn hier als Einsteller im Stall waren. Huschte da dem Stallbetreiber nicht eben ein rötlicher Schatten über das Gesicht? Ach nein, keine Sorge, diese lieben Leute seien, leider, leider, bereits im letzten Monat aus Geschäftsgründen in einen anderen Kanton umgezogen und nehmen nun ihr Pferd schweren Herzens auch noch dorthin mit. Es sei ja so schade, denn er hätte ja immer so ein freundschaftliches Verhältnis zu all seinen Einstellern. Leicht seufzend erinnert er sich wohl gerade, wie viele schöne Stunden er mit ihnen bei einem Schwatz im Reiterstübchen verbracht hatte.

Ach ja, das Reiterstübchen, das würde er uns nun gleich auch noch zeigen. Und so geht es weiter mit der Besichtigung und unserem gemeinsamen ersten Schwätzchen.  Schnell ist auch noch ein lockerer Scherz auf die gute Laune gemacht und kurz aufgelacht. Ach, wie schön, dass gerade wir diesen Stall hier jetzt entdeckt haben… Hoffnung keimt in uns auf, dass dieser Pensionsstall nun vielleicht endlich unser neues und tolles Zuhause für ganz lange Zeit sein könnte. Die Box ist zwar etwas klein und auch der Auslauf nicht wirklich groß, aber eben, sie kommen ja täglich in der Gruppe auf die Weiden. Am liebsten hätten wir ja allerdings Gruppenhaltung, aber eben da haben wir in den letzten Jahren schon zu viele schlechte Erfahrungen gemacht. Immer diese unruhigen Wechsel in der Herde und die Gruppenställe werden leider auch immer mit viel mehr Pferden vollgestopft, als ursprünglich mal abgemacht wurde. Da sind Rangkämpfe um Futter und Schlafplätze vorprogrammiert und unser Pferd ist

dabei leider immer unter die Hufe gekommen. Die vielen Tierarztrechnungen wegen Verletzungen lassen grüßen.

Oha! Da an der Boxenwand steht noch ein rostiger Nagel!

Der lässt sich auch nicht einfach von Hand raus ziehen und der Betreiber meint ganz locker, den mache er nachher noch gleich mit einer Zange raus. Sehr gut! Natürlich müssen wir uns jetzt schnell entscheiden, denn er habe ja noch so viele Anfragen für diesen Pensionsplatz. Auch der etwas hohe Preis schreckt uns daher nicht ab, denn der gebotene Top-Service ist uns doch so viel Geld für unser geliebtes Pferd wirklich wert und erscheint uns, wenn wir es mal überlegen, doch auch angemessen. Gute Leistungen sollen auch gut bezahlt werden.

 

Und so steht uns und unserem Hü dann schon bald der freudige Umzug in diesen neuen Super-Stall bevor. Der Letzte war aber auch echt ein Loch und da hat einfach gar nix mehr gestimmt… Jetzt wird aber sicher alles gut. Die neuen Stallkolleginnen meinen dann auch noch, sie hätten uns vor diesem alten Stall dort warnen können. Es seien ja schon früher viele von dort geflüchtet…

 

Ach, hätten wir das nur auch schon früher gewusst. Schade. Aber jetzt sind wir ja hier und alles ist gut…

 

Und was passiert dann? Kaum hat sich das Pferd etwas im neuen Stall eingelebt, fallen uns schon die ersten kleinen Mängel auf:

Das Heu hat Schimmel drin und wir melden es sorgenvoll dem Stallbetreiber, denn das ist bekannter Weise pures Gift für jedes Pferd! Aber kann ja mal passieren (sollte aber nicht) und wir zeigen auch durchaus Verständnis.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Aus: "Von Stall zu Stall" - Eine fiktive Geschichte:

Irgendwie ist uns allen klar, dass es nicht gut für Pferde ist, wenn sie ihre Gruppe, ihren gewohnten Stall verlassen müssen und schon gar nicht, wenn dies mehrfach hintereinander geschieht. Aber vielleicht macht uns folgende, fiktive Geschichte noch empathischer für das, was ein Pferd erlebt, wenn es aus seinem Umfeld herausgerissen und in ein Neues hineingesetzt wird.

Stellen Sie sich einmal folgende Situation vor:

 

Sie sitzen mit Ihrer Familie gemütlich beim Frühstück oder haben gerade richtig Spaß mit ihren Freunden, als ein Wesen daherkommt, Sie mitnimmt, in eine Kiste sperrt und an einen neuen Ort transportiert. Sie haben nicht die geringste Ahnung, was da gerade mit Ihnen passiert, denn das Wesen gibt zwar Laute von sich, verstehen können Sie diese Laute jedoch nicht. Sie haben Angst.

 

Irgendwann lässt man Sie wieder frei, und zwar an einem Ihnen völlig unbekannten Ort. An diesem Ort gibt es auch andere Menschen und es zieht Sie unweigerlich zu ihnen hin. Als Sie sich den Menschen, die da zusammenstehen, nähern, werden Sie von diesen aufgefordert, zu verschwinden. Sie bleiben unschlüssig stehen. Menschen brauchen andere Menschen und Sie sind total verunsichert.

 

Eine große, kräftige Frau rennt auf Sie zu und schlägt Ihnen ins Gesicht. Sie laufen schreiend davon. Um eine Ecke herum beobachten Sie die anderen Menschen und diese beobachten auch Sie.

 

Als Sie einen zweiten Versuch der Annäherung starten, verscheucht man Sie abermals. Diesmal werden Sie ein Stück weiter verfolgt, und plötzlich ist da dieser meterhohe Zaun…

 

Sie laufen am Zaun entlang, quer über das Gelände, aber die Menschenmeute verfolgt sie weiterhin. Irgendwann lassen sie endlich von Ihnen ab. Dafür erscheint ein Wesen, so eins wie das, das Sie entführt hat, und bringt Ihnen Essen und Trinken. Sie spüren, dass Sie großen Hunger haben und essen, immer die Umgebung rings um Sie herum im Auge behaltend. Sie sind schnell satt. Aufregung und  Angst verhindern, dass Sie Ihre Mahlzeit in Ruhe einnehmen können. Sie gehen wieder los, um zu sehen, wo die anderen Menschen sind, denn Sie möchten nicht von ihnen überrascht werden.

 

Als es dunkel wird, führt ein Wesen Sie in ein Zimmer, in dem ein Bett steht. Das Zimmer kann man nicht abschließen und aus Angst, Sie könnten noch einmal bedroht oder überfallen werden, machen Sie kaum ein Auge zu. Sie sind traurig, verängstigt und haben so große Sehnsucht nach Ihrer Familie, Ihren Freunden und der gewohnten Umgebung.

 

Am Morgen bringt man Ihnen wieder etwas zu Essen und zu Trinken. Wenig später bringt man Sie hinaus. Sie gehen vorsichtig umher, immer in Angst, dass Sie dieser Menschenhorde wieder begegnen könnten. Nachdem Sie das Gelände untersucht haben, stellen Sie fest, dass Sie eingesperrt sind. Ein hoher, unüberwindbarer Zaun umgibt das gesamte Gebiet, in das Sie verbracht wurden.

 

So vergeht eine lange Zeit, zumindest empfinden Sie es so. Eines der Wesen kommt mehrmals täglich zu Ihnen, macht Ihnen mehr oder weniger deutlich klar, was es von Ihnen will, gibt Ihnen zu Essen und zu Trinken und verlässt sie dann wieder. Die anderen Menschen werden nicht mehr gewalttätig gegen Sie, aber von einer Freundschaft mit einem oder mehreren von ihnen sind Sie leider weit entfernt. Sie fühlen sich unendlich einsam, haben Sehnsucht nach Ihren Lieben und werden zunehmend trauriger…

 

Eines Tages kommt das Wesen, das Sie bis jetzt immer versorgt hat, sperrt Sie wieder in eine Kiste und verfrachtet Sie an einen neuen Ort.

 

Diesmal haben Sie Angst aus der Kiste zu steigen, denn Sie erinnern sich an das böse Zusammentreffen vom letzten Mal.

 

Doch jetzt ist alles anders. Nur einige Wenige zeigen sich Ihnen gegenüber aggressiv und mit zwei Menschen aus dieser Gruppe freunden Sie sich sogar schnell an. Nach langer Zeit fühlen Sie sich endlich wieder etwas wohler.

Irgendetwas stimmt zwar mit dem Essen nicht, denn wieder und wieder leiden Sie unter Durchfall, aber Sie fühlen sich endlich nicht mehr so verdammt einsam und genießen die Stunden, die Sie mit Ihren neuen Freunden verbringen dürfen.

.........

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Leseprobe                                                        "Der Reitstall - ... unter Verdacht"

„Hallo! Ich bin Ulrike. Du bist neu hier, nicht wahr?“

„Hallo. Ja, ich heiße Birgit.“

„ Und? Buschreiterin?“

„ Äh – nee – eigentlich Dressur – überwiegend. Also ich mach auch schon mal einen kleinen Sprung, aber...“

„Dressur – so, so – auch turniermäßig? Oder nur so für dich?“

„Ein paar Turniere im Jahr. Nicht zu viele. Da habe ich keine Lust ...“

„L – oder höher?“

„L – ja. Soll aber noch ...“

„Ja, ja – bis L kommen wir alle, nicht wahr? Na dann, wenn du etwas brauchst, frag mich ruhig. Ich kenn mich hier aus. Tschüß.“

Birgit sah ihrer neuen Stallbekanntschaft verdattert nach. Sie war sich nicht sicher, ob sie Ulrike in Zukunft gern um Hilfe bitten würde...

„Na? In Ulrikes Krallen geraten?“ Eine dunkle Stimme kam aus der Richtung ihres rechten Schulterblattes. Sie drehte sich um.

„Hi. Ich bin Bernd.“

Na so was: Der war ja nicht größer als sie selbst – und das kam weiß Gott nicht oft vor. Schon gar nicht bei Männern.

„Hallo Bernd. Ich heiße Birgit.“

Bernd schaute verschwörerisch nach rechts und links. „Pass auf, mit wem du dich hier einlässt. Hier sind zwei Cliquen im Kampf um die Vorherrschaft.“


„Oh“, entfuhr es Birgit und sie dachte: In was gerate ich denn hier gerade hinein?  Sie fügte dem ‚Oh’ hinzu: „Ach – ich möchte eigentlich nur reiten. ... und dass es meinem Burschi gut geht.“

 

„Burschi?“, fragte Bernd lachend. „Heißt so dein Pferd?“

 

„Ja“, antwortete Birgit scharf, „und er ist ein Haflinger. Da kannst du dann gleich noch ein bisschen mehr lachen.“ Sie wandte sich wieder dem Einräumen ihres Spindes zu. Sie kannte diese Überheblichkeit von Großpferdebesitzern schon und sie ging ihr auf die Nerven.

 

„Entschuldigung. Ich wollte dein Pferd nicht beleidigen. Ich fand

 

halt nur Burschi einen lustigen Namen.“

 

„O.k“, sagte Birgit kurz, ohne sich umzudrehen.

 

„Na dann, erst mal tschüß.“ Bernd beendete das Gespräch  nur zögernd.

 

„Ja, tschüß“, murmelte Birgit leise und dachte: Geh bloß deiner Wege.

 

Als sie Sattel, Trense und alles andere Zubehör eingeräumt hatte, schlenderte sie noch einmal die Stallgasse entlang in Richtung Paddock. Sie wollte noch einen Blick auf Burschi werfen. In Gedanken versunken schaute sie rechts und links in die teilweise leeren, teilweise bewohnten Pferdeboxen.

 

Plötzlich blieb sie ruckartig stehen. Aus der großen Eckbox am Ende des Ganges starrten sie zwei Augen an.

 

Oh nein!, dachte Birgit. Bitte lass es eine Täuschung sein! Sie starrte immer noch zwischen den Eisenstangen der Boxentür in die Box hinein.

 

„Ach nee – die Birgit!“, schallte es nun von dort.

 

Birgit stand wie erstarrt in der Stallgasse und hoffte immer noch, dass sie einer optischen Täuschung unterlag, obwohl die Stimme unverkennbar war.

 

Die Augen zwischen den Eisenstangen kamen in Bewegung. Wie das Auf- und Abflackern des Sonnenlichts zwischen Alleebäumen leuchteten die Augen auf, wenn sie zwischen den Stangen erschienen, um dann wieder für einen winzigen Augenblick zu verschwinden, wenn Sie von den Stangen verdeckt wurden.

 

Nun stand die zu den wandernden Augen gehörende Person komplett in der Boxentür und grinste Birgit  hämisch an.

 

„Na? Willst du mir denn gar nicht Guten Tag sagen, Birgit?“, fragte sie.

 

Birgit schwieg.

 

„Sag bloß, du stehst jetzt mit Deinem Pferd hier?“, fuhr die Person fort.

 

 

 

Das konnte doch nicht wahr sein. Sollten sie jetzt tatsächlich wieder im gleichen Stall stehen? Würde sich womöglich alles noch einmal wiederholen? Christina war alles zuzutrauen. War es vielleicht das Beste, sofort zu kündigen und sich einen anderen Stall zu suchen? Aber es war nicht so einfach, etwas Passendes hier in der Umgebung zu finden.

 

Birgit löste den Blick von der Frau in der Boxentür und ging, ohne ein einziges Wort zu verlieren, die Stallgasse weiter Richtung Paddock.

 

 

 

„Mensch Burschi, das kann doch nicht wahr sein!“ Birgit kraulte ihr Pferd hinter dem Ohr, was dieses damit beantwortete, dass es den Kopf gegen ihre Hand drückte, bis Hand und Kopf fast am Boden waren.

 

„Wie klein kann denn diese verdammte Welt sein, dass diese hinterlistige, gemeine – oh – mir fallen gar nicht genug Beschimpfungen ein – Person ausgerechnet hier in diesem Stall stehen muss!“

 

Während sie so kraulend bei ihrem Pferd Burschi im Paddock stand, fiel ihr die ganze Geschichte wieder ein.

 

Christina und sie waren Freundinnen gewesen. Sie ritten zusammen aus, trainierten für kleine Turniere, tauschten ihre Verliebtheits-Abenteuer aus, kurzum, es war eine typische, schöne Teenagerfreundschaft gewesen. Dass Montigo, der damalige Wallach von Christina, viel wertvoller war als Burschi, war zwischen den beiden nie ein Thema gewesen. Burschi war damals noch sehr jung und ging auf Turnieren zunächst in niedrigeren Klassen als Montigo. Montigo war schon einige Jahre älter und Christinas Eltern hatten ihrer Tochter den bereits gut ausgebildeten Warmblutwallach zum Geburtstag geschenkt.

 

Burschi kam als Jährling zu Birgit. Er war einer von unzähligen Haflingerfohlen, die man damals „für `nen Appel und `n Ei“, wie man so schön sagt, erwerben konnte, um sie vor dem Schlachter zu retten. Eine geschickte Vermarktungskampagne, wie Birgit heute wusste. Und sie hatte Glück gehabt. Viele dieser Fohlen waren so krank, dass sie das Erwachsenenalter nie erlebten. Burschi hingegen ließ sich nach ein paar Erkrankungen gut aufpäppeln und entwickelte sich danach zu einem wunderhübschen, kräftigen Wallach mit langer seidiger Mähne und ausgeglichenem Wesen. Auch zeigte er nie die, den Haflingern nachgesagte Dickköpfigkeit. Er arbeitete gerne mit und bald zeigte sich sogar sein Talent für Dressurarbeit.

 

Nach wenigen Jahren unter dem Sattel hatten Birgit und Burschi das Reitniveau von Christina und Montigo erreicht und es ließ sich nicht vermeiden, dass die Beiden bei dem einen oder anderen Turnier in der gleichen Prüfung starteten.

 

Solange Birgit und Burschi bei den Platzierungen hinter Christina und Montigo lagen, war die Welt noch in Ordnung gewesen. Christine gab ihr Tipps, wie sie es besser machen könnte und Birgit nahm diese Tipps dankbar an, ohne die Gönnerhaftigkeit, die dahinter steckte, zu bemerken.

 

Dann aber kam der Tag, an dem Sie mit Burschi eine A-Dressurprüfung gewann, in der auch Christina gestartet war und diese hinter sich ließ. Von diesem Tag an war nichts mehr wie vorher. Das Verhältnis der Beiden verschlechterte sich von Monat zu Monat und um so besser Birgit und Burschi wurden, um so gemeiner wurde Christina zu ihr, machte sie im Stall schlecht, erzählte unwahre Geschichten über sie und zettelte dann die unglaublichste Geschichte an, die man sich nur vorstellen konnte. Bis heute blieb diese Geschichte unaufgeklärt. Birgit hatte damals keine Beweise finden können und so gelang es Christina, den Verdacht auf sie, Birgit, zu lenken. Es war die schrecklichste Zeit, die Birgit je erlebt hatte. Sie hatte sich damals zurückgezogen, ihren Burschi zusammen mit einem alten Shetti ans Haus gestellt und war nicht mehr auf Turniere gegangen.

 

Es war einen Tag nach einem kleinen Reitturnier geschehen, auf dem Birgit und Burschi den dritten Platz gemacht hatten, während Christina und Montigo gerade noch in die Platzierung gekommen waren.

 

Birgit hatte die Situation vor Augen, als wäre es gestern gewesen. Sie betrat den Stall und sah einige ihrer Stallgenossinnen betreten zusammen stehen. In ihrer Mitte Christina, die sie beim Eintreten hasserfüllt ansah und dann auf sie losging:

 

„Du Mörderin! Du verdammte Pferdemörderin!“, schrie sie.

 

Birgit war vor Schrecken wie versteinert und brachte zunächst einmal kein Wort heraus. Dann sagte sie: „Ich verstehe kein Wort. Was willst Du von mir? Was ist denn passiert?“

 


Ein Buch, das nie erschien - Vom System Gewalt gegen das Pferd

Die schwierige Auswahl einer Leseprobe:

Liebe Leserinnen und Leser. Zu diesem Buch eine Leseprobe zur Verfügung zu stellen, ist mir sehr schwer gefallen. Das Buch hat so viele Facetten. Es gibt die Berichte von den Recherchen auf den Turnieren und was dort passierte, dann gibt es informative Teile, Teile, in denen Fachleute zu Wort kommen und noch einiges mehr.

Ich schicke das vorweg, weil Leseproben in diesem Fall, anders als bei Romanen, keinen Eindruck des gesamten Buches wiedergeben können.

Leseprobe:

Es gibt eine schier unüberschaubare Anzahl von Gebissen, die man den Pferden ins Maul schieben kann.
Einfach gebrochen, doppelt gebrochen, Stangen in allen möglichen Materialien, Kandaren, Springkandaren verschiedenster Coleur und mit Hebelwirkungen, die man erst dann erkennt, wenn man sich die Konstruktion am Pferd näher betrachtet.
In verschiedene Richtungen verbogene Ringe, die, je nachdem, in welchen man die Zügel einschnallt, verschiedenste Wirkungen auf Maul und Kopf des Pferdes ausüben, Seile, die an den Ringen befestigt werden und auf das Genick des Pferdes einwirken, es herunterdrücken, usw., usw..
Inzwischen werden im Springen verschiedene Zäumungen miteinander kombiniert, sodass Hebelwirkungen nicht nur auf das Maul, sondern zusätzlich noch auf den überaus empfindlichen Nasenrücken und das Genick ausgeübt werden können. Und immer wieder sind es die Reiter, die in den höheren Klassen reiten und die sog. Profis, die bei den Zäumungen aufrüsten.
Dass sich die Aufrüstung mit immer schärferen Gebissen bis in die Freizeitreiter-Riege, vor allem aber in die unteren Turnierklassen regelrecht hineingefressen hat, zeigt diese kleine Auswahl aus Internet-Diskussionsforen:

 

Frage:

Schärferes Gebiss, aber welches …?
Hier fragt ein elfjähriges(!) Mädchen, das mit ihrem preisgekrönten Ponyhengst(!) nicht zurechtkommt.

 

Frage:

Welches Pelham/Gebiss sollte ich nehmen …?
Da mein Wallach im Parcours ein seeeehr flotter ist … , bin ich auf der Suche nach etwas Schärferem, …

 

Frage: Schärferes Gebiss … ?
Mein sechsjähriger blütiger Wallach ist im Gelände manchmal ein bisschen schwer ...

...

 

Man nimmt den Pferden eine Form ihrer Abwehr gegen den
Schmerz, den Schmerz jedoch nicht!
Inzwischen sind die Gebisse und Zäumungen derart pervertiert – und – man sieht es kaum noch! Was wir von außen sehen, sind Ringe links und rechts des Pferdemauls. Einzelne Ringe, mehrfache Ringe, seltsam verbogene Ringe, Seile, die vom Gebiss zu den Backenstücken führen, so fein, dass man sie kaum bemerkt und, und, und…
Aber wie sehen sie eigentlich als Ganzes aus, diese Gebisse, und welche Wirkung haben sie auf das empfindliche Maul und den Kopf, den Nasenrücken und das Genick des Pferdes?
Hier eine wirklich nur kleine Auswahl aus Reitsport-Shops:
Alle Herstellernamen wurden geändert.

...

 

Nicht zuletzt hängt an der mangelnden Ausbildung der Pferde eine ganze Industrie. Auf die Probleme der Reiter reagiert sie mit immer ausgeklügelteren Gebissen, die nur ein Ziel haben: Die schnelle und schlechte Ausbildung der Pferde zu kompensieren.
Und die Reiter machen fröhlich mit. Gerade bei den Profis und den Reitern der hohen Klassen muss man sich doch immer wieder fragen:
Zeichnet sich ein guter Reiter dadurch aus, dass er Zäumungen und Gebisse höchster Perversion anwenden darf oder dadurch, dass er so wenig Hilfsmittel wie möglich benötigt?
Jeder beantworte sich diese Frage selbst…

 

 

 

Meistens ein Loch in der Haut …
Ich stelle ein Foto, über dessen Geschichte Sie in diesem Buch noch mehr erfahren werden und das ich unter schwierigen Umständen gemacht hatte, weil es der Reiter plötzlich sehr eilig hatte, in einer Gruppe eines „Sozialen Netzwerkes“ vor. Mich interessierte, wie andere Reiter darüber denken.
Zugegeben, es war nicht das beste Foto, eben weil ich es fast im Laufschritt und aus einiger Entfernung machen musste, aber man konnte die Rötung der Haut durch die Sporen erkennen. Diese wunde Haut war nach meiner Beobachtung bei der Vorbereitung des Pferdes und im Parcour durch Sporeneinsatz entstanden.
Während sich im Netzwerk zunächst diejenigen zu Wort meldeten, die meinten, dass so etwas nicht gehe und denen das Tier leid tat, mehrten sich später die Stimmen, die die Aufregung gar nicht verstehen konnten oder einfach verleugneten, dass diese Rötung überhaupt von den Sporen stammen würde und gipfelte in einer Diskussion über das Aussehen von Verletzungen durch Sporen.
Offensichtlich gibt es in der Reiterwelt einen reichen Erfahrungsschatz, was die Verletzung von Pferden durch Sporen betrifft, denn einige meinten übereinstimmend, dass es doch meistens(!) ein Loch in der Haut geben und es dann auch bluten würde …
Punktieren, Löchern oder Aufmachen – das sind nur einige „Fachbegriffe“ für das Zufügen von Verletzungen durch Sporen, sei es gewollt oder ungewollt …
Bei einer soliden Ausbildung von Pferd und Reiter im gewöhnlichen Reitsport sind Sporen absolut überflüssig. Dass sie zudem dem Pferd gewollten oder ungewollten Schmerz oder gar Verletzungen zufügen, spricht wohl ganz klar gegen ihren Gebrauch.
Ich höre natürlich bereits den Aufschrei aus gewissen Kreisen, während ich hier sitze und dies schreibe. Sie glauben, sie könnten mit Sporen umgehen, sie glauben, sie hätten ihre Beine in jeder Situation unter Kontrolle, sie hätten „extrem ruhige Beine“, ja, sie zweifeln sogar an, dass Sporen dem Pferd überhaupt Schmerz zufügen könnten
und manche bezweifeln überhaupt, dass Pferde Schmerz empfinden würden. Die Untersuchungen der australischen Studie, aus der ich auf Seite 29 zitiert habe, sprechen da eine ganz andere Sprache. Schnell sind solche Äußerungen als das entlarvt, was sie sind: Hilflose Versuche, an etwas festzuhalten, das abgeschafft gehört.

 

Zitat Albert Schweitzer:
„Nie dürfen wir abgestumpft werden. In der Wahrheit sind wir,
wenn wir die Konflikte immer tiefer erleben.
Das gute Gewissen ist eine Erfindung des Teufels.“


Neu! Neu! Ganz genau! So geht Reiten!

Nr.1: Die Hilfen

Inhaltsverzeichnis:

Kurz vorweg                                 S.  1

1.   Die Gewichtshilfen                  S.  4

1a. Die Kreuzhilfen                       S. 11

2.  Die Schenkelhilfen                  S. 13

3.  Die Zügelhilfen                       S. 22

4.  Die Paraden                            S. 28

5.  Tschüß                                    S. 33

Leseprobe aus: "Pferdisch kannst auch du lernen"

... aber eines Abends, das Licht war schon eine ganze Weile gelöscht, schubbere ich meine Nase an der Boxentür und hoppla, was war das?

Die Tür öffnete sich einen kleinen Spalt. Zuerst war ich ganz schön erschrocken, machte einen kleinen Sprung zurück an die Rückwand meiner Box und schnaubte erst mal tüchtig drauf los.

 

Es passierte nichts weiter und deshalb traute ich mich ganz vorsichtig wieder an die Tür, um die Sache genauer zu untersuchen. Ich gab der Tür mit meiner Nase noch einen kleinen Schubs und siehe da: Sie öffnete sich noch ein Stück. Jetzt konnte ich schon meine Nase durch den Spalt schieben, jetzt den Kopf, jetzt gab ich der Tür noch einen Schubs und dann war sie ganz offen! Ich besah mir die Sache noch einen Moment und hatte ein bisschen Angst. Aber als der erste Huf die Stallgasse berührte, gab es kein Zurück mehr. Jetzt musste der Stall gründlich untersucht werden. Walpacha III zickte mich an. Mit angelegten Ohren und gebleckten Zähnen traktierte sie die Gitterstäbe. Ich zickte ein bisschen zurück, was ich sonst nicht darf, und fand das Leben wunderbar, sogar mit Gitterstäben. Und was Walpacha III betraf - was sollte man von einem Pferd mit einem solchen Namen schon halten...

 

... plötzlich ging die Stalltür auf und das Licht ging an.


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Leseprobe aus: "Ausgesetzt?"

Mia schlug die Augen auf und hörte das Stöhnen ihres Vaters: "Zwei Stunden - na toll!"

Mia bemerkte, dass die Sonne schon ganz schön hoch stand und versuchte, ohne auf die Uhr zu sehen, herauszufinden, wie lange sie wohl geschlafen hatte. Sie einigte sich mit sich selbst auf zweieinhalb Stunden und sah dann auf ihre Armbanduhr. Fast drei Stunden, stellte sie fest, war aber mit ihrer Schätzleistung zufrieden. "Mami", wandte sie sich nun an ihre Mutter, "ich habe langsam Hunger. Machen wir bald eine Pause?"

"Was meinst du, Hans," fragte diese Mias Vater, "wollwn wir bei der nächsten Raststätte anhalten?"

"Ihr habt doch gehört, was los ist. Zwei Stunden Wartezeit! Müssen wir da vorher unbedingt noch Zeit an einer Raststätte vergeuden?"

"Aber ich muss aufs Klo und Murks muss bestimmt auch mal wieder raus und sein Geschäft machen," erklärte Mia. Mias Eltern schauten sich ganz kurz an und sahen dann wieder gerade nach vorn auf die Straße.

"Kannst du es nicht noch aushalten?", fragte Mias Vater.

"Nein!", antwortete Mia ungeduldig.

"Also gut", sagte Mias Vater, "Aber nur aufs Klo. Danach fahren wir sofort weiter."

"Und Murks?", und fuhr fort: "Der ist seit Stunden nicht draußen gewesen. Der muss bestimmt auch mal raus. Wo ist er überhaupt? Hast du ihn vorne, Mami?"

Mia lehnte sich nach vorne und schaute der Mutter über die Schulter. Murks saß nicht auf ihrem Schoß und auch der Fußraum war leer.

"Habt ihr Murks etwa hinten zum Gepäck gesperrt? Das könnt ihr doch nicht machen", sagte Mia vorwurfsvoll. "Murks! Mu-urks! Zeig dich mal!" Im hinteren Teil des Kombis blieb es still.

"Mami! Papi! Wir müssen sofort anhalten! Murks rührt sich nicht mehr!"

Die Eltern sahen sich schweigend an.

"Mami! Papi! Warum sagt ihr denn nichts Was ist denn los?"

Im Auto war es still. Nur das regelmäßige Klicken des Blinkers zeigte an, dass sie von der Autobahn abfuhren. Mia hatte plötzlich ganz schreckliche Angst.

"Was ist los?! Was ist mit Murks?!", schrie sie.

Mias Vater lenkte den Wagen auf einen Parkplatz, brachte ihn zum Stehen, zog die Handbremse an und machte den Wagen aus, indem er den Zündschlüssel herumdrehte. Nun war es totenstill im Auto.

Mia hatte den Gurt gelöst und sich in die Mitte der Rückbank gesetzt. Das Herz schlug ihr bis zum Hals und das Atmen fiel ihr schwer. Es fühlte sich an, als hätte jemand ein eisernes Korsett um ihren Körper gelegt.

Mia schaute zu ihrer Mutter, aber diese hielt den Kopf gesenkt und starrte auf den Boden. Mia schaute zu ihrem Vater. Dieser sah starr durch die Windschutzscheibe. Dann begann er zu sprechen: Mia, es ist etwas passiert, während du geschlafen hast."


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Leseprobe aus: "Hilfe! Ich werde robust gehalten und schonend geritten!"

Der Bewegungsbedarf bezeichnet die Menge an Bewegung, die ein Pferd braucht, um gesund zu bleiben und sich wohl zu fühlen. In der Natur wird der Bewegungsbedarf automatisch durch das Gehen im Schritt beim Grasen und durch das Umherziehen befriedigt. Da er sich vom individuellen Bewegungsbedürfnis stark unterscheiden kann, ist auch hier der Mensch gefragt, den Bewegungsbedarf des Pferdes zu befriedigen. Insbesondere die notwendige Bewegung über Stunden im Schritt wird vom Pferd ohne Motivation nicht selbständig ausgeführt.

Die reine Boxenhaltung befriedigt den Bewegungsbedarf auf gar keinen Fall, aber auch in Laufställen, ja selbst auf Paddocks und Winterweiden kann es zu einem Mangel an Bewegung kommen, ...


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Leseprobe aus: "Mirianda wohnt auf dem Dach."

...

"Hallo, du. Wer bist du?

"Ich bin ein Sturmmonster. Wusstest du das nicht?"

"Nein, das wusste ich nicht", antwortete Mirianda. "Und was macht so ein Sturmmonster?", fragte sie weiter.

"Na, Wind pusten. Wusstest du das nicht?", erwiderte das Wesen.

"Nein, das wusste ich nicht. Sonst hätte ich ja nicht gefragt. Machst du den ganzen Wind? Auch die Stürme und Orkane und so?"

"Ja, das tue ich. Allerdings mache ich das mit anderen Sturmmonstern zusammen. Wusstest du das nicht?"

Mirianda ging dieses "Wusstest du das nicht" langsam auf die Nerven. "Nein, das wusste ich nicht!", antwortete sie laut und hörbar ungehalten. Dann fuhr sie fort: Wenn ich alles richtig beobachtet habe, bist du das einzige Sturmmonster, das hier ist und pfeift. Warum pfeifen denn die anderen nicht?"

"Wir dürfen nur pfeifen", erklärte das Sturmmonster, "wenn wir irgendwo festhängen. Meist passiert das an Häuserecken oder an Tür- und Fensterrahmen.

Wenn eines von uns pfeift, kommen ihm die anderen Sturmmonster zu Hilfe. Wusstest du das nicht?"

Mirianda beschloss, diese Frage einfach nicht mehr zur Kenntnis zu nehmen und fragte weiter: "Aber du pfeifst doch schon eine ganze Weile und ich sehe niemanden, der dir zu Hilfe kommt. Wo bleiben denn die anderen Sturmmonster?"

"Wen eines von uns pfeift, kommen ihm die anderen Sturmmonster zu Hilfe. Wusstest du das nicht?"

"Das hast du mir schon erzählt. Ich habe dich etwas ganz anderes gefragt", entgegnete Mirianda.

Wenn eines von uns pfeift, kommen ihm die anderen Sturmmonster zu Hilfe. Wusstest du das nicht?"

"Ja doch", erklärte Miarianda ungeduldig, "ich habe es verstanden!"

"Wenn eines von uns pfeift, kommen ihm die anderen Sturmmonster zu Hilfe. Wusstest du das nicht?"

...


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