Ein Buch, das nie erschien - Vom System Gewalt gegen das Pferd


Offener Brief an den Chefredakteur der St.Georg, Herrn Tönjes:

Sehr geehrter Herr Tönjes,

 

zufällig geriet mir neulich die Ausgabe aus dem Juli in die Hände und ich muss sagen, dass ich von der Auswahl der Fotos, noch mehr jedoch von der positiven journalistischen Begleitung derselben, entsetzt bin.

 Ich schicke die betreffenden Bilder noch einmal gesondert vom meinem Smartphone. Ich habe sie abfotografiert und daher ist die Qualität nicht sehr gut. Sie haben ja aber diese Fotos mit Sicherheit in ihrem Archiv, nicht wa

Nicht nur der "Zustand" der Pferde auf den Fotos muss kritisiert werden, sondern auch die Anzahl derartiger Bilder, die Ihre Zeitschrift unkommentiert in einer einzigen Ausgabe angehäuft hat.

 Man könnte fast vermuten, dass Sie Ihre LeserInnen an den Anblick von Pferden gewöhnen möchten, die deutliche Abwehr zeigen, bzw. die mit Hilfsmitteln geritten werden, die für mich den Tatbestand der Tierquälerei erfüllen.

 Hier seien zunächst nur die Nasen- und Kinnriemen genannt, die so eng zugezogen sind, dass die Haut hervorquillt. In einem Fall sieht es sogar so aus, als schneide der Nasenriemen in die Haut ein. Dass unter dieser Haut nur noch hochempfindlicher Knochen liegt, darüber sind wir uns hoffentlich einig?

 

Zu kritisieren ist auch das Foto eines mit Dressurkandare gezäumten Pferdes, dass seine Lippen nicht mehr höher ziehen kann. Das ganze Unwohlsein, wahrscheinlich sogar Schmerz kommen in diesem Bild zum Ausdruck. Ein kritischer Kommentar dazu? Fehlanzeige...

 

Dies ist auch das Foto, in dem der viel zu eng gezogene Nasenriemen gegen die Regeln verstößt und für das Pferd eine Qual darstellt.

 

Vielleicht können Sie mir bei dieser Gelegenheit eine Aufklärung darüber zukommen lassen, um was es sich bei dem hellen Zaumteil handelt, das entweder den Kandarenbaum verdeckt oder aber ersetzt. Man erkennt ein längliches helles Teil. Als Chefredakteur einer Fachzeitschrift kennen Sie sich damit ja sicherlich aus, nicht wahr?

 

Immer wieder zeigen Sie unkommentierte Fotos von Springpferden, die mit Hebelgebissen und dennoch mit Kinnriemen geritten werden.

 

Auch wenn dies international gestattet sein mag, so sollte es dennoch kritisiert werden. Ein Hebelgebiss mit einem Kinnriemen zu versehen, ist ein Armutszeugnis für den Reiter und unzumutbar für das Pferd, weil dieser Riemen die Funktion des Hebelgebisses zum Nachteil des Pferdes stört.

 

"Mein Championatspferd" titelt ein anderes Foto, bei dem einem das Pferd wirklich nur leid tun kann.

 

Das Wort Bascule wurde aus dem Profisport scheinbar gestrichen, entweder weil das Ausbildungsziel nicht in die kurze Ausbildungszeit heutiger Turnierpferde passt, oder weil die Ausbilder schlichtweg versagen...

 

"... Stechen reiten!"

 

Das Foto unter diesem Titel müsste jedem Reiter peinlich sein und zum Fremdschämen führen. Da sitzt ein Reiter dermaßen schlecht, dass er damit vermutlich nicht einmal das kleine Reitabzeichen bestehen würde, und bohrt dabei fröhlich die Sporen tief in Bauch und zieht gleichzeitig die Haut so hoch, dass man die Falten sehen kann, die dadurch verursacht werden.

 Wie war das noch? Die Sporen sind zur Verfeinerung der Hilfen gedacht? Wenn es nicht so traurig wäre, wäre es einfach nur zum Lachen.

 

Sehr geehrter Herr Tönjes,

 Sie sind verantwortlich dafür, was für Bilder, in was für einem Kontext und mit welchen Kommentaren, in Ihrer Zeitschrift abgebildet werden.

 

Ich muss leider feststellen, dass Sie in der von mir kritisierten Ausgabe diese Verantwortung nicht nachgekommen sind.

 

Oder ist es etwa tatsächlich so, dass wir uns an derartige Anblicke gewöhnen sollen?

 

Was mich betrifft, kann ich nur sagen, dass ich mich an derartige Bilder nie gewöhnen werde und stets für ein pferdefreundliches Reiten eintreten werde.

 

Meine Leser werden dies genauso sehen.

 

Mir ist wohl bewusst, dass Sie sozusagen das Sprachrohr des Profisports sind, aber Sie sollten sich bewusst machen, dass sich immer mehr Menschen angewidert vom Turniersport abwenden.

 

Es ist nur eine Frage der Zeit, bis auch die Sponsoren des Profi-Reitsports diesen Trend bemerken und den Reitsport nicht mehr unterstützen.

 

Gegen einen kompletten Absturz des Reitsports hilft nur, die tierquälerischen Ausbildungsmethoden, Hilfsmittel und Zäumungen beim Namen zu nennen und zu kritisieren.

 

Last, but not least:

In derselben Ausgabe wird sich mit der Problematik der Verwerfung im Genick beschäftigt. Dies wird als Problem der fehlenden äußeren Hand dargestellt. Ich weiß nicht, welcher Experte/welche Expertin zu diesem Schluss gekommen ist, aber richtig wird er dadurch nicht.

 

Die äußere Hand begrenzt die Schulter und verhindert damit ein über die Schulter laufen. Eine Genickverwerfung kann sehr viele Ursachen haben, harte Reiterhände, aber auch krankheits-/schmerzbedingte.

 

Ist es ein Ausbildungsproblem, so wird empfohlen, das Pferd wieder gerade zu stellen, eine Strecke geradeaus zu reiten, um dann wieder in Stellung und Biegung zu gehen. Dies wiederholt man, sowie das Pferd sich wieder verwirft.

 

Aber wem erzähle ich das, nicht wahr?

 

Ich werde diesen Brief als öffentlichen Brief an Sie online stellen.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Regina Rheinwald

 

 

 

 

 

 

 

Cavallo 01/17: Quälerei am Pferdekopf

Ich bin sehr zufrieden, an diesem Artikel mitgewirkt zu haben. Ja, das Grauen der sog. Sportpferde (als wäre ein Sportpferd kein Pferd, sondern eine zu Schmerzfreiheit und Höchstleistung getrimmte Maschine...) ist doch immer noch zu toppen. Schlimme Fotos zeigt Regina Kühr von der Cavallo in ihrem erschütternden Artikel über internationale Springpferde.

Der Artikel bestätigt auf traurige Weise meine Recherchen zu meinem Buch "Ein Buch, das nie erschien - Vom System GEWALT gegen das Pferd"

Wir dürfen nicht nachlassen, dieses Unrecht gegen die Pferde anzuprangern und dagegen zu protestieren, denn: Pferde müssen stumm leiden. Gib ihnen deine Stimme!

FN-Richter behauptet, dass Pferde bei Schmerzen schreien...

Veranstaltung in Lüneburg eine Farce? Zwei Stunden Vortrag, eine rosarote Brille und ein Richter, der behauptet, Pferde würden bei Schmerzen schreien...

Hier nun der versprochene Bericht über die Veranstaltung in Lüneburg am 13.2.2016.
Als werbewirksamen Aufhänger hatte der Kreisreiterverband Lüneburg ja einen Artikel in der FN über mein Buch "Ein Buch, das nie erschien - Vom System GEWALT gegen das Pferd" ausgewählt. Dies hatte ganz offensichtlich Erfolg, denn statt der üblichen Anzahl von 30-50 Teilnehmern, von denen mir berichtet wurde, erschienen weit über Hundert und wir mussten in einen größeren Saal umziehen. Dieses große Interesse hat aber nicht dazu geführt, dass die Verantwortlichen von ihrer Abwiegelstrategie abweichen, bei Gewalt gegen Pferde würde es sich um Einzelfälle handeln, um Verirrte, von denen man die meisten mit einer Ansprache zum Umdenken bewegen könnte.
Nach einer guten Stunde Vortrag, in der der Beurteilungskatalog für den Vorbereitungsplatz in jedem Detail durchgeackert wurde, verließen die ersten ca. 10-15 Besucher den Saal. Ich fragte nach, warum sie sie gehen würden und erhielt die Antwort, dass sie wegen der Diskussion gekommen seien, aber noch mal eine oder eineinhalb Stunden Vortrag würden sie sich nicht geben wollen. Etwas später gingen wieder Vereinzelte. Das war sehr schade, denn alle ihre Stimmen wären sehr wertvoll gewesen. Ich muss aber zugeben, dass auch ich gern gegangen wäre, weil es einfach unglaublich zäh und zermürbend war, einem zweistündigen Vortrag zu lauschen, den einige als "Am Thema
vorbei" empfanden. Ihnen ging es um die Umsetzung dieser Kriterien. Leider ging es darum in dem Vortrag nicht. Herr Hannes Müller, Leiter der Deutschen Reitschule in Warendorf machte den Eindruck eines echten Pferdemannes, der noch Wert auf gute Ausbildung legt. Das hat uns allen, so glaube ich, gut gefallen. Sein Blick auf die Realität allerdings war wieder und wieder von einer dermaßen rosaroten Blicke getrübt, dass viele nur noch mit dem Kopf geschüttelt haben. Schilderungen aus dem Publikum, sie würden weder von Richtern noch von Landesverbänden unterstützt, wenn sie Vergehen gegen Pferde melden wollten, wurden wieder und wieder als Einzelfälle hingestellt. Sie wurden aufgefordert den entsprechenden Landesverband anzuschreiben, obwohl sie schilderten, dass sie von dort entweder ignoriert oder gar beschimpft worden waren. Das hinterließ dann bei Herrn Müller ein Schulterzucken und er zog sich darauf zurück, dass er kein Vertreter der FN sei. Kritiker ließ man also wiederum auflaufen...
Ein Richter behauptete allen Ernstes, dass Pferde bei Schmerzen schreien würden. Er konnte nicht wissen, dass ich gerade mit einer Wissenschaftlerin kommunizierte, die bei der Entwicklung des Schmerzgesichtes mitgewirkt hatte. An dieser Stelle gab es ein kurzes lauteres Geplänkel zwischen ihm und mir, denn es darf eigentlich nicht wahr sein, dass ein Richter so etwas, entgegen internationalem Wissenschaftswissen, behauptet. Nach der Veranstaltung sprach er mich noch einmal in der jovialen Art und Weise an, die ich von meinen Recherchen noch zur Genüge kannte und verließ wutschnaubend den Saal, als ich ihm nochmals in der Schreisache widersprach.
Mein Eindruck ist, dass dieses Festhalten an angeblichen Schmerzlauten bei Pferden den Grund hat, dass man dann für sich immer sagen kann: Die Pferde leiden nicht, sonst würden sie ja schreien. Das ist so jämmerlich...
Ich bin insgesamt gespannt, was die Presse daraus macht. Anwesend waren die LZ und das Reitsportmagazin.

Ganz neu: Rezension vom Töltknoten

Vielen, vielen Dank für diese wundervolle Rezension!

Hier ist der Link:

http://www.toeltknoten.de/pdf/BV_Ein_Buch_das_nie_erschien_TB_0216.pdf

Rezension der Vereinigung der Freizeitreiter und -fahrer:

Vielen Dank!

keine leichte Lektüre - eine Rezension von Christine Garbers

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Dieser etwas holprige Titel macht neugierig. Was hat es mit diesem Buch auf sich?

Beim ersten Durchblättern wird klar: Die 135 Seiten im kartonierten Umschlag haben es in sich! Regina Rheinwald, Verhaltenstherapeutin für Pferde und ehemalige Reitschulbesitzerin aus der Lüneburger Heide, hat über Jahre hinweg auf norddeutschen Turnierplätzen recherchiert. Sie hat unerschrocken Richter und Turnierverantwortliche auf Missstände aufmerksam gemacht und allerlei Erschreckendes erlebt. Lange hat sie mit sich gehadert, ob sie dieses Buch wirklich veröffentlichen sollte. Aber letztendlich siegte der Wille, den alltäglichen Missbrauch von Pferden beim Namen zu nennen und tierschutzrelevante Auswüchse öffentlich zu machen.

Heraus gekommen ist ein Buch, das zwar leicht zu lesen, aber schwer zu verdauen ist. Viele Fotos dokumentieren, was auf Abreiteplätzen leider häufig zu sehen ist: Verschnürte Pferdemäuler, Sporen tief in den Bäuchen vergraben, Rollkur in heftigsten Auswüchsen, ja sogar Springen mit Schlaufzügeln. Dazu kommen Zeichnungen von Gebissen und Erklärungen, wie die Verwendungshinweise der Hersteller wirklich zu verstehen sind – nämlich als Aufrüstung gegenüber dem „Feind Pferd“. Dabei spricht sich Regina Rheinwald klar für eine pferdegerechte, schonende und langwährende Ausbildung aus.

Dieses Buch zeigt deutlich und ergreifend, wie es um den Tierschutz im Pferdesport bestellt ist und wie sehr die – bewusste oder unbewusste – Gewalteinwirkung Einzug gehalten hat. Dieser Gewalt gegen das Pferd entgegenzuwirken, wäre eigentlich die Aufgabe der Verantwortlichen im Pferdesport. Aber dieses Buch zeigt, dass sie bisher weitestgehend versagt haben…

Bekannt wurde Regina Rheinwald u.a. durch ihre öffentlichen Ansprachen an die Deutsche Reiterliche Vereinigung, in der sie die FN auffordert, der alltäglichen Gewalt im Pferdesport Einhalt zu gebieten. 

 

Das Buch erschüttert und kann ganz sicher nicht als leichte Abendlektüre kurz vorm Einschlafen empfohlen werden – an einen ruhigen Schlaf ist dann nämlich nicht mehr zu denken. Aber es ist empfehlenswert, wenn man sich mit der Thematik tiefer befassen möchte – und gut geeignet als Geschenk für gewisse Reiter, die sich ansonsten nicht mit der Gefühlswelt der Pferde beschäftigen.

 

taz und Landeszeitung Lüneburg berichten:

Hier der Link zum aktuellen taz-Artikel: http://www.taz.de/Tierwohl-im-Pferdesport/!5253490/

Eine kleine Chronologie des Jahres 2015:

Februar 2015

Was ist das?

Ein Buch, das nie erschien? 

 

Vielleicht liegt es in meiner Schublade? Ein dickes, fettes Manuskript?

Aber warum liegt es da? Warum ist es nicht erschienen? Ist es schlecht?

Ist es vielleicht nicht fertig geworden? Wenn ja, warum ist es nicht fertig geworden? War vielleicht eine Schreibblockade der Grund?

 Einige werden wissen, worum es sich hier handelt, denn seit ein paar Jahren beschäftigt mich dieses Buch und es gab mehrere Anläufe zur Fertigstellung und Veröffentlichung. Viele haben sich an mich gewandt und mir Mut gemacht, mich gebeten, es unbedingt zu machen...

 Und nun?

 Warum dieser Artikel hier?

 Heißt die magische Zahl vielleicht 2 0 1 6?


Ein Buch, das nie erschien - Stand Juni 2015

Hallo allerseits!

Kurzer Zwischenstandsbericht sozusagen aus dem Off:          24.6.2015

 

Es geht voran mit dem Buch und ich bin froh, wenn ich es geschafft habe. Immer wieder lege ich Pausen ein, denn der Inhalt, mit dem ich mich beschäftige, ist doch belastend. Pferde haben so viel Leid auszuhalten und das ist auch der Grund, warum ich am Ball bleibe. Ich möchte ihnen eine Stimme verleihen, meine Stimme. ... und sie soll gehört werden, diese Stimme, denn sie muss ausreichen, um Tausende zum stillen Leiden gezwungene Tiere zu vertreten.
So, vielen Dank für das "Zuhören" und nun begebe ich mich wieder an meine Arbeit.

 

Bis bald, Eure Regina Rheinwald

Ein Buch, das nie erschien - Stand 6.9.2015

Na, wenn das nicht aussieht, als ginge es mit dem Buch so richtig voran. Ja, tatsächlich ist es auch so. Viele Informationen fließen immer noch ein, aber die Recherchearbeit ist Ende 08/15 zuende und dann wird das Buch in seine endgültige Fassung gebracht.

Zielplanung für die Publikation: 02/03/16

6. September 2015


Meine lieben Leserinnen und Leser, die ihr bereits auf das neue Buch wartet. Nicht mehr lange und ihr könnt das Buch vorbestellen.


Bis bald,

Regina Rheinwald

Ein Buch, das nie erschien - Vom System Gewalt gegen das Pferd:                           Erscheinungstermin: Oktober 2015

... und nun ist es soweit! 20.10.2015: Das Buch ist erschienen!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!