Sando und Torro - Die Unzertrennlichen? Von wegen!

Ein neues Pony für meine Reitschule sollte gefunden werden und so schaute ich mich hier und da und sonstwo um. Wie immer musste das Pony besondere Kriterien erfüllen. Es musste nervenstark sein und ein möglichst gefahrloser Umgang war natürlich auch Pflicht. Sollten doch in Zukunft meine Reitschulkinder mit ihm umgehen und es reiten.

Eines Tages sah ich dann ein Pony bei einem Pferdehändler: Eigentlich hübsch, aber extrem übergewichtig. Nach Probereiten und freundlicher Kontaktaufnahme von Seiten des Pferdes war ich entschlossen, dass es dieses Pony nun sein sollte.

Als ich mit dem Pferdehändler in die Verhandlungen eintrat, präsentierte er mir ein zweites Pony. Die beiden würden zusammen gehören, hätten lange zusammen gelebt, und er würde sie nur ungern trennen.  Ich überlegte und zog ein weiteres Pony in Betracht. Meine Reitschule lief super, ich hatte eine lange Warteliste, und Platz für ein weiteres Mitglied in meiner Reitschulpferdefamilie war auch vorhanden. Nach Prüfung seiner Eignung einigten wir uns also darauf, dass ich beide kaufen würde.  Der Pferdehändler betonte noch einmal, dass ich die beiden zusammen in eine Box stellen sollte, weil sie das so gewöhnt seien. Das klang gut und ich sah die beiden schon als Reitschüler-Lieblinge in ihrer Doppelbox stehen. (Anmerkung: Da meine Reitschule sehr stadtnah in einem Park gelegen war und zu dem Zeitpunkt ein Pferderipper sein Unwesen trieb, war eine nächtliche Boxenhaltung umumgänglich).

Schnell war eine Boxentrennwand entfernt und meine Neuzugänge durften ihr neues Zuhause draußen und drinnen begutachten.

In der Box aber gab es dann die große Überraschung: Das unzertrennliche Paar war offensichtlich der Fantasie und dem Pferdehändlerlatein entsprungen, denn der, der den Namen Torro erhielt, drückte sich in die letzte Ecke der Box und durfte sich da nicht mehr wegbewegen, während, der, der später Sando hieß, die Doppelbox für sich beanspruchte und gleich beide Heuportionen in sich hineinstopfte. Keine große Liebe, keine Unzertrennlichkeit, alles Pferdehändlerlatein. So ein Schlitzohr.

In zwei getrennten Boxen entwickelten sich beiden dann aber zu solch zuverlässigen Ponys, zu so liebenswerten Geschöpfen, dass ich letztlich doch das große Los mit ihnen gezogen hatte.

Vielen Dank, Sando und Torro, für die tolle Zeit mit euch!