Pferdeherpes Ausbruch in Spanien. EHV1 gefährdet Pferdewelt in Europa! 03.03.2021

Erste, kurze Zusammenfassung über den aktuellen Herpes-Ausbruch auf einem internationalen Turnier in Spanien:
>„… das Schlimmste, was ich je erlebt habe. Es geht über das Vorstellbare hinaus!“<
EHV1, Equines Herpes Virus 1, kostet in Spanien bereits vier deutschen Pferden das Leben! Internationale ReiterInnen kritisieren das schlechte Management, des FEI, WeltreiterInnenverbandes.
Zitat aus einem Interview der Kreiszeitung.de:
>Auch der 57-jährige Meyer versucht die Antennen aller Reitsportfreunde und Turnierveranstalter zu sensibilisieren, sagt: „Wer die Bilder hier gesehen hat, der weiß, wie ernst die Lage ist. Es muss alles Menschenmögliche getan werden, damit es nicht europaweit zu einer völligen Katastrophe kommt. Das hier in Valencia ist das Schlimmste, was ich je erlebt habe. Es geht über das Vorstellbare hinaus!“<
Zunächst einmal sind alle internationalen Turniere in Deutschland und acht weiteren Ländern abgesagt worden. Allerdings berichtet die Süddeutsche Zeitung, dass in drei Ländern die laufenden Turniere weiterlaufen dürfen. Damit wollte der WeltreiterInnenverband verhindern, dass alle Pferde auf einmal abreisen und das Virus in Europa verteilen. Das kommt uns doch alles sehr bekannt vor, nicht wahr? Es scheint, dass diese schreckliche Lage hätte verhindert werden können, aber die Wirtschaftlichkeit Vorrang hatte. Genaues werden wir in der nächsten Zeit erfahren.
Besonders beunruhigen sollte uns eine Studie deutscher und amerikanischer Forscher. Sie wollten herausfinden, ob die neurologische der EHV1-Variante aggressiver ist als die der anderen Herpes-Formen und kamen zu dem Ergebnis, dass dies der Fall ist. Ihr Modell zeigte auf, dass Infektionen mit der neuropathologischen Variante zu einer im Schnitt vierfach höheren nasalen Virusausscheidung von EHV-1 führte als Infektionen mit der gewöhnlichen Form. Die neurologische Form von EHV-1 – von Veterinärmedizinern als Equine Herpes Virus Myeloencephalopathie bezeichnet – ist eine oft tödliche Krankheit, bei der es zu massiven Schädigungen der Blutgefäße im Gehirn und Rückenmark kommt. Es scheint, dass es sich bei dem Ausbruch in Valencia genau um diese Variante handelt.
Offensichtlich wurden etliche Pferde bereits ohne Attest in ihre Heimatländer verfrachtet und werden nun zu potenziellen Superspreadern.
Wie bei Corona auch, heißt es jetzt, die Kontakte zu Pferden, die in der Weltgeschichte herumgeflogen und –gefahren werden, strengstens zu meiden. Bei einem Ausbruch im eigenen Stall werden Tierärzte das Nötige veranlassen. Wir haben durch Corona gelernt, wie man Ansteckungen vermeidet. Lasst uns mit diesem Wissen jetzt unsere Pferde retten!
Regina Rheinwald, Autorin

Update Nr. 2 Pferdeherpes Ausbruch in Spanien. EHV1 gefährdet Pferdewelt in Europa! 03.03.2021

 

Pferde-Herpes Ausbruch – Update Nr. 2

 

Zwei deutsche Pferde in Doha positiv getestet!

 

Von Valencia nach Doha zum nächsten Turnier gereist, und nun sind zwei deutsche

 

Pferde positiv auf das aggressive Herpes-Virus EHV1 getestet worden. Vorsorglich seien sie in eine Klinik gebracht worden. Das berichtet der NDR.

 

Offenbar kommt erschwerend zu der Situation hinzu, dass es bis zu vierzehn und mehr Tagen dauern kann, bis der Test positiv ausfällt und sich erste Symptome zeigen.

 

In Valencia sollen noch immer Pferde mit dem Tode ringen.

 

Weiter ist im NDR-Beitrag zu lesen, dass die „Global Champions Tour“ mit 25,9 Millionen EURO die am höchsten dotierte Pferdesport-Serie ist. Da verwundert es nicht, dass scheinbar auf die ersten Auffälligkeiten (bereits Anfang Februar) nicht reagiert wurde.

 

Morgen gibt es das nächste Update zu diesem Thema.

 

Regina Rheinwald, Autorin,   www.rheinwald-verlag.de

 

Update Nr. 3 Pferdeherpes Ausbruch in Spanien. 04.03.2021

 

Herpes-Infektionen in Valencia – Update Nr.3:

 

 

Zwei weitere Pferde gestorben---Global Champions Tour geht nun wohl doch weiter---Spendenaufruf für die deutschen Pferde, BesitzerInnen und ReiterInnen in Valencia sorgt für Kritik---

 

 

Liebe Pferdefreunde! Die Meldungen zum Thema überschlagen sich derzeit immer noch. Ich versuche, die seriösesten herauszufiltern, um euch so auf dem Laufenden zu halten. Das Thema entwickelt zudem immer mehr Facetten, mit denen ich mich in nächster Zeit mit Artikeln und Videos auseinandersetzen setzen werde. Hier nun Update Nr.3:

 

Einer Meldung der dpa zufolge sind zwei Pferde in Deutschland an der aggressiven Herpesvariante gestorben. Sie waren in Valencia an den Start gegangen. Damit sind bis jetzt sieben Pferde aus dem Dunstkreis Valencia gestorben. Offenbar wurde diese Virusvariante inzwischen auch in den USA nachgewiesen.

 

Während es gestern von der FEI (Internationaler Reiterverband) noch hieß, dass alle internationalen Turniere gestoppt würden, scheint es nun mit einem speziellen Hygienekonzept in Doha doch weiter zu gehen. Nein, ich berichte nicht von der Corona-Pandemie. Ich persönlich finde es eine Zumutung für die Pferde, was hier gerade passiert, aber bei einem Turniervolumen von 25 Millionen EUR…

 

In einem sozialen Netzwerk wurde über Nacht, was gar nicht möglich ist, ein Verein gegründet, der Spenden für die Pferde in Valencia sammelt. Dort wird ein düsteres Bild von den Zuständen gezeichnet und der Vorsitzende des PSV Hannover hat harsche Kritik an Spaniens Krisenmanagement und dem der FEI geübt. Ich kann das alles natürlich nicht nachprüfen und hoffe, dass wir da noch unabhängige Berichte erhalten werden, aber eins kann man doch fragen: Hat sich eigentlich vorher niemand dafür interessiert, wie die Pferde untergebracht sind und was im Falle einer Epidemie passiert? Scheinbar nicht. Jetzt die Schuld einzig und allein dem durch Corona krisengeschüttelten Spanien zuzuschieben, erscheint mir doch etwas einfach.

 

Am Wochenende werde ich weiter zum Thema arbeiten. Bis zum nächsten Update bleibt gesund und eure Pferde ebenfalls!

 

Regina Rheinwald, Autorin,   www.rheinwald-verlag.de